Wie schützen Filter gegen die Coronaviren?

Die Funktionsweise von Luftfiltern ist einfach: Die Ventilatoren des Geräts saugen die Raumluft an, lenken sie durch das Filtersystem und leiten die gereinigte Luft wieder in den Raum. Das System besteht aus verschiedenen Filtern, die jeweils bestimmte Schadstoffarten zurückhalten, z. B. Staub, Pollen, Bakterien oder Viren.

Die Voraussetzung, damit ein Luftreiniger optimal funktioniert: Er muss mindestens das sechsfache Volumen des jeweiligen Raumes pro Stunde filtern können. Je größer der Ventilator, desto langsamer dreht er – und desto mehr Luft kann er in den Filter saugen. Darüber hinaus sind größere Geräte in der Regel leiser. Zur Orientierung: Das Gerät sollte nicht lauter als 52 Dezibel sein, damit das Geräusch des Lüfters nicht zu sehr belästigt.

Allein auf Luftfilter verlassen sollte sich im Kampf gegen das Coronavirus aber niemand. Die Kommission Innenraumlufthygiene (IRK) des Umweltbundesamts (UBA) informiert in seiner Stellungnahme, dass auch in der kalten Jahreszeit mobile Luftreiniger in der Schule das Stoßlüften nicht ersetzen können. Lediglich als „flankierende Maßnahme“ seien Luftfilter dort, wo Fenster nicht ausreichend geöffnet werden können, sinnvoll.

Auch das Robert Koch Institut warnt vor einem Gefühl „falscher Sicherheit“ durch den Einsatz mobiler Luftreiniger. Es weist darauf hin, „dass selbst eine effiziente Abreicherung (Reduzierung) von Aerosolen in der Raumluft das Risiko einer Übertragung im Nahfeld, z. B. bei face-to-face Kontakt bei einem Abstand von < 1,5 m nicht effektiv verringern kann“. Entsprechend wichtig sei es, bewährte Schutzmaßnahmen wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und die Einhaltung der Abstandsregeln weiterhin zu befolgen.
 

HEPA-Filter

Nicht jeder mobile Luftfilter gilt als geeignet, wenn es darum geht, virushaltige Partikel aus der Luft zu filtern. Empfohlen werden Geräte mit sogenannten „High Efficiency Particulate Air“(HEPA)-Filter der Klasse H13 oder H14.

Ein HEPA-Filter hält Schwebstoffe zurück, die sich in der Luft befinden. Damit das funktioniert, müssen die Partikel (darunter Staub, Bakterien, Viren, Pollen oder Milbeneier) größer als 1 µm (1/1000 mm) sein. Die Bezeichnung „HEPA“ erhält ein Filter erst dann, wenn er von einem bestimmten Stoff eines Prüfaerosols mindestens 99,995 Prozent ausfiltert.

HEPA-Filter bestehen meistens aus Glasfaser-Matten, deren Fasern die Partikel zurückhalten. Dabei bleiben die Partikel durch ihre Größe und durch den Einfluss unterschiedlicher Bewegungseffekte an den Fasern haften.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hält HEPA-Filter der Klassen H13 und H14 für zuverlässig bei der Ausfilterung von Bakterien. Geht es allerdings um die Ausfilterung von Viren und Aerosolen, rät die Projektgruppe Labortechnik der Bundesanstalt zur Klasse H14 nach DIN EN 1822-1.

UV-Licht-, UV-C-Licht-, Ionisation- oder Ozon-Geräte

Andere Techniken, die von mobilen Geräten zur Luftfilterung eingesetzt werden und bei der Bekämpfung von Coronaviren helfen sollen, sehen die Experten eher kritisch.

Bei Luftreinigern oder Luftdesinfektoren mit UV-Licht kommt energiereiche, ultraviolette Strahlung zum Einsatz, die die Viren abtöten soll. Prinzipiell sind diese Strahlen tatsächlich in der Lage, Viren unschädlich zu machen. Ob dies das jeweilige Gerät am Ende einlöst, sollte allerdings der Hersteller nachweisen können. 
Dennoch rät u. a. die Weltgesundheitsorganisation (WHO) grundsätzlich von UV-Licht ab, das zur „Desinfektion“ von Raumluft eingesetzt werden soll. Für UV-C-Bestrahlungsgeräte sieht dies das Bundesamt für Strahlenschutz genauso und warnt, dass der Einsatz von UV-C-Bestrahlungsgeräten ohne Schutzkleidung gesundheitsschädigend sei.

Luftreiniger mit Ionisator erzeugen durch elektrische Spannungen und Entladungen negativ geladene Teilchen. Diese binden die schädlichen Stoffe und Teilchen in der Luft, die auf den Stäben im Ionisator abgelagert werden. 

Bei Ozon-Geräten soll das verwendete Gas die Gerüche, Bakterien oder Viren aufspalten bzw. beseitigen. Die Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) rät vom Gebrauch von Geräten, die direkt die Luft im Gerät mit Ozon behandeln und auf diese Weise eine Viren-Inaktivierung erreichen wollen, ab.