Olympische Spiele sind ein gigantisches Wirtschaftsprojekt
 

Die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris sind nicht nur ein faszinierendes Sportspektakel, sondern vor allem ein gigantisches Wirtschaftsprojekt. Durch das Ticketing, die Vermarktung der Fernsehrechte, Sponsoring, Lizenzvergabe und andere Einnahmen wird mutmaßlich ein hoher einstelliger Milliardenbetrag generiert. Auch wenn bei vergangenen Spielen die Ausgaben die Erlöse oft noch übertroffen haben, sind die nachhaltigen Wirtschaftseffekte einer solchen Großveranstaltung nicht zu unterschätzen: Die Olympischen Spiele gelten als Katalysator für den Tourismus und polieren das Image der Stadt kräftig auf.
 


Öffentliche Aufträge enthalten soziale und ökologische Kriterien
 

Die Stadt Paris vergibt im Vorfeld der Spiele öffentliche Aufträge in Höhe von rund fünf Milliarden Euro, von denen Lieferanten aus verschiedenen Wirtschaftszweigen profitieren werden. Bei der Auftragsvergabe sollen insbesondere solche Unternehmen berücksichtigt werden, die sich sozialer und ökologischer Verantwortung verschrieben haben. Denn Kriterien wie Nachhaltigkeit und Kohlenstoffneutralität sind in allen Ausschreibungen festgelegt. Laut dem stellvertretenden Einkaufsdirektor für Paris 2024, Olivier Debargue, werden bei der Beschaffung und Bauprojekten Aspekte wie Kreislaufwirtschaft, Integration und der CO2-Fußabdruck berücksichtigt.

Im Rahmen der Strategie will sich Paris 2024 an den Zielen des Pariser Klimaabkommens orientieren und seine CO2-Emissionen verglichen mit den Spielen in London 2012 um die Hälfte reduzieren. Die verbleibenden Emissionen sollen überkompensiert werden. Folgende konkrete Maßnahmen haben die Veranstalter beschlossen:
 

  • weniger Bautätigkeit (95 Prozent der Sportstätten von Paris 2024 sind bereits vorhanden oder werden temporär gebaut)
  • die Verwendung kohlenstoffarmer Lösungen innerhalb der Sportstätten
  • die Nutzung von erneuerbaren Energien für alle Austragungsorte
  • einen nachhaltiger Catering-Plan
  • die Verwendung von kohlenstoffarmer temporärer Ausrüstung
  • Reduzierung der Anzahl an Sportlern und Funktionären

Ein Beispiel für die nachhaltige Nutzung von Gebäuden ist das eigens für die Olympischen Spiele errichtete Medienzentrum, das nach dem Event in ein Öko-Wohnviertel umgestaltet wird.

Logistik ist gefragt
 

Verschiedene Wirtschaftszweige profitieren von Olympischen Spielen besonders: Neben dem Tourismussektor ist vor allem die Logistik gefragt. Schon bei den Bauarbeiten der olympischen Stätten und anderen Vorbereitungsmaßnahmen spielt dieser Wirtschaftszweig eine wichtige Rolle. Noch elementarer aber ist das Transportwesen für die Sportler und die vielen Beteiligten. Sportgeräte müssen bewegt werden, Lebensmittel, Ausrüstung und vieles mehr. Und alles muss zwingend pünktlich vor Ort sein – eine logistische Herausforderung.

Ein Beispiel von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro im Jahr 2016 zeigt den erheblichen logistischen Aufwand: Alleine für die Ausstattung des Olympischen Dorfes der deutschen Olympiamannschaft wurden rund 1,3 Millionen Einzelteile verschifft. Der Partner des damaligen Olympiateams, die Bahngesellschaft DB Schenker, verlud dafür 1.030 Standardcontainer und brachte diese auf den Weg nach Rio. Auch für Aspekte der Sicherheit und Zollformalitäten sei die Logistik zuständig gewesen.

Neuer Logistikpartner des deutschen Teams
 

Wie auch schon bei den Winterspielen 2022 in Peking, übernimmt das Logistikunternehmen Kühne + Nagel die Transportaufträge der deutschen Olympiamannschaft in Paris sowie die Einrichtung der Infrastruktur vor Ort. Bei der Partnerschaft wurde ein klares Ziel formuliert: die CO2-Emissionen der Transporte zu minimieren. Dies erscheint fraglos einfacher als bei Spielen in Übersee, dennoch sind die Anforderungen an reibungslos funktionierende Lieferketten immens.