Verkehrsträger im Transportwesen
 

Laut Statistischem Bundesamt betrug 2020 der Anteil an deutschen und ausländischen Lkw an der gesamten Transportleistung im Güterverkehr rund 80 Prozent. Neben diesem Hauptverkehrsmittel im Logistikbereich gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten, Waren schnell und wirtschaftlich von einem Ort zum anderen zu bringen. Jede dieser Alternativen hat Vorzüge und Schwächen.

Insgesamt werden im Transportverkehrswesen fünf verschiedene Hauptverkehrsträger unterschieden, die die grundsätzliche Infrastruktur für den Einsatz eines bestimmten Verkehrsmittels liefern:
 

Eine Sonderform bilden Pipelines, die den Transport von Energieträgern oder Wärmeenergie übernehmen. Jedem Verkehrsträger sind die entsprechenden Verkehrsmittel wie Lkw für den Güterkraftverkehr oder Trockengüterschiffe und Tankschiffe für die Binnenschifffahrt zugeordnet.

Wichtige Grundlage der Entscheidung für ein bestimmtes Transportmittel ist immer die Verfügbarkeit der erforderlichen Infrastruktur. Die Logistikabteilung im Unternehmen ermittelt den wirtschaftlichsten Transportweg. Dabei werden die Kombination aus Warenart und -menge, die erforderliche Transportgeschwindigkeit sowie Start- und Zielpunkt der Waren und Güter berücksichtigt.

Bei Bedarf kann die Transportkette aufgeteilt werden. Beim sogenannten multimodalen Verkehr kommen zwei oder mehrere Verkehrsträger für einen Warentransport zum Einsatz. Dieser Ansatz gewinnt aus verkehrs- und umweltpolitischen Gründen immer mehr an Bedeutung.

Güterkraftverkehr – flexibel, aber teuer
 

Abhängig von ihrer Größe sind Lkw, Tieflader und (für geringe Warenmengen) Lieferwagen im gesamten Straßennetz einsetzbar. In der Regel beschränkt sich die Verfügbarkeit jedoch auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Seit 2005 gilt auf deutschen Straßen die Lkw-Maut, die zentral verwaltet wird. Die Höhe der Maut richtet sich nach Fahrzeugart, Schadstoffausstoß und Achsanzahl.

Der größte Vorteil des Güterverkehrs auf der Straße sind seine hohe Flexibilität und Mobilität. Über gut ausgebaute Transportwege sind fast alle Ziele unkompliziert zu erreichen, der direkte Haus-zu-Haus-Transport ist einfach. Hinsichtlich der Transportgeschwindigkeit punktet der Lkw ebenfalls im Vergleich mit anderen Transportmitteln. Als nachteilig sind folgende Aspekte zu bewerten:
 

  • Eingeschränktes Transportvolumen
  • Hohe Transportkosten durch hohe Kraftstoffpreise und Mautgebühren
  • Umweltbelastung
  • Witterungsabhängigkeit
  • Unwägbarkeiten durch hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen

Auf kürzeren Strecken und im Haus-zu-Haus-Verkehr spielt der Güterverkehr seine Vorteile voll aus. Aufgrund der ausgezeichneten Transportwege auf Europas Straßen können mit dem Lkw die meisten Ziele angefahren werden. Der Güterverkehr wird deshalb oft in Kombination mit Schiene, Wasser oder Luft im multimodalen Verkehr eingesetzt.

Schienenverkehr – für lange Wege und große Mengen
 

Wohin Waren geliefert werden können, hängt eng mit dem jeweiligen Ausbau des Verkehrsträgers zusammen. Die Vorteile des Güterverkehrs auf der Schiene liegen in der großen Ladekapazität. Auf Langstrecken ist ein Zug nicht nur schnell, sondern auch umweltfreundlich und erzeugt im Vergleich geringe Transportkosten. Knapp acht Prozent der Gesamtmenge im Güterverkehr liefen 2020 über den Transportweg Schiene ab. Die Nachteile dieser Verkehrsform:
 

  • Wenig Gleisanschlüsse
  • Hoher Anteil an gebrochenem Verkehr
  • Umladung auf dem Transportweg erforderlich
  • Fahrpläne und Streckennetz sind unflexibel

Der Schienenverkehr ist bestens als umweltfreundliches und wirtschaftliches Transportmittel für große Warenvolumina geeignet, wenn die erforderliche Verkehrsinfrastruktur vorhanden ist. In Kombination mit weiteren Verkehrsträgern können nahezu alle nationalen und internationalen Ziele angesteuert werden.

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Schifffahrt – unterwegs auf Fluss und Meer
 

Wasserwege werden als Transportwege meist dann genutzt, wenn große Kapazitäten bewegt werden müssen. In der Seeschifffahrt kommen Container zum Einsatz, die auf speziellen Containerschiffen bis nach Übersee gelangen. Die Binnenschifffahrt transportiert ebenfalls Container, zum Beispiel vom Inland zu den Überseehäfen, oder arbeitet mit Stück- und Schüttgutfrachtern. Rund zehn Prozent der Waren werden auf Schiffe geladen.

In Bezug auf Umweltfreundlichkeit und Energieverbrauch punktet die Schifffahrt mit überzeugenden Werten, auch im Kostenvergleich je Tonnenkilometer (tkm) steht die Schifffahrt gut da. Folgende Schwächen machen diesen Verkehrsträger oft nur eingeschränkt nutzbar:
 

  • Lange Transportzeiten
  • Hoher Anteil an multimodalem Verkehr
  • Geringe Verkehrsdichte in der Binnenschifffahrt
  • Lange Vor- und Nachläufe in der Seeschifffahrt
  • Witterungsabhängigkeit (insbesondere die Seeschifffahrt)

Transportschiffe sind auf Flüssen, Kanälen, Meeren und Unterläufen von Flüssen unterwegs und ideal geeignet für große Transportvolumen und weite Strecken. Häufig ist die Schifffahrt Teil im multimodalen Verkehr.

Luftverkehr – schnell unterwegs durch die Lüfte
 

Die Geschwindigkeit von Flugzeugen ist im Vergleich mit anderen Transportmitteln ungeschlagbar. Schnell und sicher transportieren Frachtflugzeuge auf den vorhandenen Luftstraßen selbst empfindlichste Waren, die nur geringe Lagerzeiten aushalten. Die Nachteile liegen allerdings auf der Hand:
 

  • Hohe Transportkosten je Kilometer
  • Gewichts- und Volumenbegrenzungen durch eingeschränkte Frachträume
  • Hoher Anteil an multimodalem Verkehr
  • Sehr umweltbelastend

Aufgrund dieser Aspekte liegt der Anteil des Luftverkehrs an der Gesamtgütermenge nur bei 0,1 Prozent. Geht es darum, frisches Obst, Gemüse oder andere empfindliche Waren auf weiten Strecken schnell zu transportieren, liegt der Luftgüterverkehr an erster Stelle. Auch für Transporte nach Übersee sind Flugzeuge bestens geeignet. Vom Flughafen aus werden die Güter per Schiene oder Straße zum Zielpunkt befördert.

Verkehrsträger im Vergleich: Es kommt darauf an!
 

Das perfekte Verkehrsmittel im Gütertransport gibt es nicht. Jede Variante hat Abhängigkeiten, die berücksichtigt werden müssen. Die Art und Menge der Waren sind mitentscheidend für die Auswahl. Insbesondere dann, wenn Unternehmen Wert auf Nachhaltigkeit legen, spielt der Energieverbrauch der jeweiligen Transportmittel eine zentrale Rolle.

Vielfach empfiehlt sich eine Mischvariante der Verkehrsträger, die multimodalen Verkehr innerhalb eines logistischen Netzwerks ermöglicht. Eine gründliche Kalkulation ist Grundvoraussetzung zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit, die ein Verkehrsträger im Einzelfall zum Warenumsatz beiträgt.