Analysieren, prüfen, kontrollieren

Transporte sind stets mit kostenverursachenden Risiken verbunden. Nicht alle unterliegen der Kontrolle der Lieferanten. So können Unfälle, Diebstahl oder schlechte Wetterbedingungen oftmals  die Kalkulation durchkreuzen. Aber auch Faktoren wie Treibstoffpreise oder Mautkosten können die Transportkosten ungewollt in die Höhe treiben.

Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Kunden an die Lieferanten. Die Lieferfristen sollten möglichst kurz sein und die Transportkosten niedrig und transparent.  Auch Nachhaltigkeit wird immer öfter zu einem kaufentscheidenden Argument. Demgegenüber steht der steigende finanzielle Einsatz für Fracht, Treibstoff und Verpackung. Nicht zu vergessen sind anfallende Steuern sowie Abschreibungen.

Dennoch stehen Lieferanten und deren Geschäftspartner den genannten Herausforderungen nicht machtlos gegenüber. Mit einem guten Management ihrer Transporte können sie viele Unwägbarkeiten und negative Entwicklungen auffangen oder vermeiden. Voraussetzung ist eine Kostenkontrolle und -analyse mittels moderner Software-Tools,  sogenannten Transport-Management-Systemen (TMS).

In folgenden Bereichen der Supply Chain bringen sie zahlreiche Vorteile mit sich:

  • Disposition: Prüfen der Möglichkeit einer stärkeren Automatisierung oder einer Optimierung von organisatorischen Abläufen
  • Kommunikation: Absprachen transparenter und einfacher gestalten
  • Routen: Verbesserungspotenzial bei Streckenführung, Be- und Entladung oder Einsatz von Fahrzeugen
  • Zeitplanung: Termine effektiver aufeinander abstimmen, um Wege kurz zu halten
  • Auslastung der Transportmittel: Lkw und/oder Container optimal bestücken
  • Verpackung: robuste, schnelle und vielseitige Lösungen einsetzen
  • Ladeprozesse: z. B. die Absprache zwischen Lager, Versand und externen Transporteuren fördern
  • Logistik-Netzwerke: Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen
     

Flexibilität ermöglichen

Ein wichtiger Faktor  der Transportkosten ist der Kraftstoff. Seine Preise wirken sich nicht nur stark auf die Kalkulation für die eigene Flotte aus, sondern auch auf die Angebote externer Dienstleister. Da hier erfahrungsgemäß immer wieder mit starken Schwankungen zu rechnen ist, sollten sich Spediteure und ihre Kunden auf flexible und damit faire Modelle einigen, die monatlich die aktuelle Preisentwicklung berücksichtigen.

Ebenso ratsam sind regelmäßige Verhandlungen zwischen den Shareholdern über weitere Posten. In diesem Zusammenhang kann es sich auch lohnen, alle zwei bis drei Jahre die Transportkosten anderer Marktteilnehmer mit denen des bisherigen Dienstleisters zu vergleichen.

Kooperationen prüfen

Die eigene Effektivität zu steigern und gute Vereinbarungen mit Geschäftspartnern zu treffen, sind zentrale Erfolgsfaktoren für gutes Management der Transportkosten. Doch mit jeder Optimierung schwindet gleichzeitig der Spielraum für zusätzliche Einsparungen. Neues Potenzial können dann unterschiedliche Arten von Kooperationen mit sich bringen. Folgendes ist möglich:
 

  • Die Bündelung der eigenen Transportplanung mit der von Tochterunternehmen oder anderen Marktteilnehmern. Daraus ergeben sich größere Auftragsvolumina und damit höhere Rabatte bzw. günstigere Preise.
  • Die Konzentration auf nur einen oder wenige Anbieter. Die enge Zusammenarbeit bietet Chancen für eine weitere Effizienzsteigerung. Die lässt sich beispielsweise über gemeinsame Softwareschnittstellen erreichen. Damit gelingen eine weitgehend automatisierte Frachtkostenplanung und -abwicklung sowie noch besser ausgenutzte Ladekapazitäten und Fahrzeiten,
  • Das Vorantreiben gemeinsamer Projekte, die dank stärkerer Verzahnung der beteiligten Unternehmen ebenfalls zu kostensenkenden Effekten führen. Denkbar ist die kollaborative Entwicklung besser aufeinander abgestimmter Tracking- oder Intralogistiksysteme der Partner.

Mit diesen Mitteln können Logistiker und ihre Kunden Synergieeffekte nutzen und ihre Transportkosten senken. Wichtig ist es auch hier, den Erfolg der Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.