Track & Trace: Sendungen verfolgen und dokumentieren
 

An welchem Punkt in der Supply Chain befindet sich ein bestimmtes Produkt? Die Antwort liefert die IoT-basierte Sendungsverfolgung, auch Track and Trace genannt. Damit ist es möglich, jederzeit eine Ware zu identifizieren und ihren Standort von der Herstellung bis zum Empfang durch den Kunden zu dokumentieren. So lassen sich logistische Schwachstellen und Engpässe über die gesamte Lieferkette hinweg aufdecken.

Voraussetzung dafür sind Begleitinformationen, die mit einzelnen Artikeln, Packstücken oder auch kompletten Ladeeinheiten verbunden sind. Dazu zählen folgende Angaben:
 

  • Identinformationen, die eine Ware individualisieren und so eindeutig kennzeichnen
  • Absenderinformationen belegen, wer eine Ladung wann und wo abgeschickt hat
  • Zielinformationen enthalten Daten zu Bestimmungsort sowie Adressat der Sendung
  • Steuerungsinformationen vermitteln Details zum Lieferweg

Artikel lassen sich mit Track and Trace auf unterschiedliche Art und Weise mit Begleitinformationen versehen. Gebräuchlich sind vor allem handschriftliche Markierungen sowie aufgeklebte und maschinenlesbare Barcodes. Auch Kombinationen sind möglich: Barcodes sind oft auf der Verpackung angebracht, um Waren während des Transports einfach mit digitalen Datenerfassungsgeräten zu identifizieren (Identinformationen). Die weiteren Angaben – Absender-, Ziel- und Steuerungsinformationen – können als Ausdruck in der Verpackung liegen.

Achtung: Äußere Begleitinformationen wie Barcodes dürfen sich nicht leicht ablösen lassen.
 


7 Tipps für die Einführung eines Track & Trace-Systems
 

  • Tipp 1: Vor der praktischen Umsetzung einer Sendungsverfolgung muss deren Startpunkt festgelegt werden. Dabei ist zu klären, ob Track and Trace bereits bei der Herstellung ansetzen soll, während der Verpackung oder ab einer späteren Etappe auf dem Lieferweg. Das hängt auch von der Art des Produkts ab. Bei verderblicher Ware ist es ratsam, so früh wie möglich damit zu beginnen, um die Einhaltung der Kühlkette über die gesamte Supply Chain nachverfolgen zu können.
  • Tipp 2: Je nach Zwischenstopp kann die Zuständigkeit für das Produkt wechseln und beispielsweise vom Hersteller auf den Lieferanten übergehen. Hier sind im Zuge von Track and Trace klare Regeln aufzustellen und im System zu verankern. Dazu lassen sich beispielsweise verbindliche Dienstleistungsvereinbarungen treffen.
  • Tipp 3: Eine weitere Frage, die im Vorfeld eines Einsatzes beantwortet werden sollte: Sind einzelne Waren mit Begleitinformationen zu versehen oder ganze Ladeeinheiten, also etwa Paletten? Je nach Produkt und Packmenge kann mal das eine und mal das andere sinnvoll sein.
  • Tipp 4: Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Einführung einer Sendungsverfolgung ist die IoT-Hardware, also Sensoren, Scanner usw. Sie müssen über die gesamte Lieferkette hinweg untereinander kommunizieren können und softwareseitig stets auf dem aktuellen Stand sein.
  • Tipp 5: Begleitinformationen sollten je nach Ware und gegebenenfalls regulatorischen Vorgaben immer an der gleichen Stelle platziert werden. Unter Umständen ist es erforderlich, dafür das Verpackungsdesign anzupassen.
  • Tipp 6: Je mehr Schnittstellen die verwendete Lösung bietet, desto besser. Mit einem flexiblen Tool lassen sich nicht nur die eigenen Abteilungen einbinden, sondern auch externe Systeme der Geschäftspartner.
  • Tipp 7: Dank Sendungsverfolgung ist es möglich, Waren ihren Empfängern zuzuordnen. Dieses Wissen lässt sich über Track and Trace hinaus verwenden, beispielsweise für die Kundenbindung. Denkbar sind etwa Just-in-Time-Promotions, die sich an einzelne Käufer richten.

Best Practice: Bosch vernetzt Waggons für Lineas
 

Der belgische Bahnfrachtbetreiber Lineas wollte die Kontrolle über seinen internationalen Güterverkehr ausweiten. Mit der technischen Umsetzung beauftragte er Bosch Connected Industry. Die Partnerschaft hatte 2017 mit dem Einbau von sogenannten „AMRA Boxen“ in 1.000 der Lineas-Waggons begonnen. 2020 kamen 2.600 Einheiten hinzu. Perspektivisch will Lineas all seine 6.000 Waggons damit ausstatten.

Im Kern besteht die Bosch-Lösung aus der Nexeed Track and Trace Software, IoT-Geräten, solarbetriebenen, wartungsarmen Gateways und einer ITSS-Schnittstelle. So kann Lineas einzelne Wagen sowie deren Standorte und -zeiten identifizieren. Die Datenanalyse ermöglicht es dem Brüsseler Unternehmen, Routen zu optimieren und Einsparpotenziale für seine Kunden zu ermitteln. Diese lassen sich dank Track and Trace außerdem binnen Minuten über die voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) und etwaige Verzögerungen informieren. „Durch die exakte Planung ihrer Be- und Entladezeiten sind unsere Kunden in der Lage, auch ihre eigenen Prozesse zu verbessern“, erläutert Suzy Verachten, Projektleiterin Asset Management bei Lineas.