Hier werden Drohnen in der Logistik bereits eingesetzt
 

Der Gebrauch von Drohnen ist in manchen Bereichen der Logistik bereits Alltag. Je nach Branche und Verwendungsmöglichkeit bieten sich dafür folgende Modelle an.
 

  • Inventur-Drohnen verfügen neben Lichtquellen und Kameras über unterschiedliche Arten von Sensoren, die beispielsweise Strich- bzw. EAN-Codes erkennen. Damit können die kompakten Fluggeräte Lager und Regale inspizieren und dabei vorhandene, falsch abgelegte oder beschädigte Waren registrieren. Dabei sind sie meist schneller als menschliches Personal.
     
  • Überwachungsdrohnen beobachten Lager und/oder andere Betriebsareale. Dank bildgebender Verfahren lassen sich damit aus der Luft unter anderem Defekte an Gebäudeteilen entdecken und künftig vielleicht sogar beheben. Außerdem eignen sie sich zur Zugangs- und Sicherheitskontrolle größerer Flächen. Dazu zählen beispielsweise See- und Flughäfen, Lagerhallen oder Baustellen.
     
  • Liefer- und Transportdrohnen fliegen Waren an Endkunden oder zur Weiterverarbeitung. Sie gelangen auch an Orte, die sonst eher schwer erreichbar oder sogar unzugänglich sind. Zugleich sind sie vergleichsweise schnell und können dringend benötigte Produkte (z. B. Medikamente) in kurzer Zeit liefern. Je nach Ausführung sind sie in der Lage, auch massige Lasten zu tragen. Ein Beispiel dafür ist die VoloDrone. Als Schwergutdrohne soll sie ab 2024 eine Nutzlast von maximal 2000 Kilogramm aufnehmen und bis zu 40 Kilometer weit bringen können.
     
  • Passagierdrohnen sollen schon bald Menschen von A nach B. An konkreten Projekten wird bereits gearbeitet. Mit dem Einsatz unterschiedlich leistungsfähiger Varianten ist noch in diesem Jahrzehnt zu rechnen. Angepeilt sind Drohnen für bis zu fünf Insassen und mit einer Reichweite von etwa 300 Kilometern. 

 

Weiteres Potenzial von Drohnen in der Logistik

Noch mehr Möglichkeiten ergeben sich aus der Verbindung mit anderen Technologien. Besonders viel Potenzial bergen Drohnen in der Logistik, wenn sie nicht als Stand-alone-Lösung arbeiten, sondern in Lagerverwaltungs- und Warenwirtschaftssysteme oder ähnliche Software integriert werden. Dann fließen ihre gesammelten Daten auf Wunsch in die Programme ein und lassen sich so beispielsweise für das Lieferkettenmanagement verwenden.

Das entlastet Mitarbeiter stark von händischen Tätigkeiten. Je nach Automatisierungsreife im Unternehmen brauchen sie dann nicht mehr die digitalen Informationen der Drohnen manuell zusammenzutragen und weiterzuleiten oder gar selbst Daten zu ermitteln.
 


Vor- und Nachteile der Verwendung von Drohnen

Drohen können in der Logistik den menschlichen Kollegen umständliche und gefährliche Tätigkeiten abnehmen sowie viel für die Automatisierung von Arbeit tun. Allerdings stehen ihre Technik und damit ihre Fähigkeiten noch eher am Anfang. Deshalb ist es noch zu früh, ihr gesamtes Potenzial auszuloten und auszuschöpfen. Nach dem aktuellen Entwicklungsstand bieten Drohnen folgende, generelle Pro- und Contra-Argumente.

Vorteile von Drohnen
 

  • hohe Geschwindigkeit
  • große Bewegungsfreiheit
  • weitreichende Einsatzmöglichkeiten

Nachteile von Drohnen
 

  • teils noch unklare gesetzliche Vorgaben
  • mitunter teuer in der Anschaffung
  • beschränkte Leistungsfähigkeit

Projekt für die Integration von Drohnen in den Luftraum

Die Verwendung von Drohnen in der Logistik wird zunehmen. Das erfordert auf längere Sicht Maßnahmen für mehr Sicherheit und Kontrolle im Luftraum. Besonders dort, wo sehr viele dieser unbemannten Fluggeräte unterwegs sind. Zu diesen stark frequentierten Bereichen dürfte der Hamburger Hafen gehören. Deshalb findet in seinen Grenzen ein Pilotprojekt für ein Drohnen-Verkehrssystem statt.

Federführend sind bei diesem ersten Vorhaben seiner Art auf deutschem Boden die Droniq GmbH und ihr Mutterunternehmen DFS Deutsche Flugsicherung GmbH. Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) entwickeln sie im Hamburger Hafen „U-Space“. Das ist ein Konzept der Agentur der EU für Flugsicherheit EASA, das bis Anfang 2023 in den EU-Mitgliedstaaten realisiert werden soll.

Das Ziel sind spezielle Regeln und Verfahren für den Drohnen-Verkehr, um diesen schnell und sicher zu machen. Außerdem geht es um einen möglichst geringen Genehmigungsaufwand für Flüge.