Was ist Corporate Social Responsibility?
 

Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) bezeichnet im weitesten Sinne die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens. Die Europäische Union definiert Corporate Social Responsibility als die „Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“.

Corporate Social Responsibility gesetzlich vorgeschrieben
 

Was bis 2017 Kür war, ist seither Pflicht: Große Unternehmen müssen Rechenschaft über ihre Nachhaltigkeitsbemühungen ablegen. 2017 hat Deutschland die CSR-Richtlinie 2014/EU/95 der Europäischen Union in geltendes Recht umgesetzt.

Der Gesetzgeber schreibt unter anderem vor, dass Jahresberichte von Unternehmen neben den finanziellen Informationen folgende Punkte behandeln müssen:
 

  • Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange
  • Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte
  • Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption im Unternehmen und bei Lieferanten.

Ab 2023 gilt die neue EU-Richtlinie der CSR-Berichtspflicht auch für klein- und mittelständische Unternehmen bereits ab einer Anzahl von 250 Mitarbeitenden, einer Bilanzsumme von mindestens 20 Millionen Euro oder einem Jahresumsatz von mehr als 40 Millionen Euro. Damit sind mehrere zehntausend Betriebe in Deutschland verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu verfassen.

Aktuelle Studie: Einkauf nimmt Corporate Social Responsibility ernst
 

Die Faktoren Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit rücken bei den Unternehmen immer stärker in den Fokus. Laut Sustainable Procurement Barometer 2021“ der Bewertungsplattform EcoVadis berücksichtigen 69 Prozent der Befragten die Nachhaltigkeitsleistung bei der Auswahl neuer Lieferanten und Vertragsverlängerungen – gegenüber 51 Prozent im Jahr 2019.

Zudem hat eine nachhaltige Beschaffungsinitiative bei knapp zwei Drittel der Unternehmen dazu beigetragen, die Folgen der Corona-Pandemie besser zu überstehen. Nachhaltige Beschaffung hat sich somit als Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit der Lieferkette erwiesen.

Doch CSR meint nicht nur Nachhaltigkeit – auch soziale Aspekte sind zu berücksichtigen. Und das taten die Beschaffungsorganisationen laut des Barometers auch. Sie priorisierten in ihren zwei- bis dreijährigen Strategien Arbeits- und Menschenrechtsfragen, gefolgt von Umwelt, Sozialfragen und Geschäftsethik.

Unternehmen unterliegen auch internationalen Gesetzen
 

Viele Unternehmen agieren heute global, weit über die Grenzen der Europäischen Union hinaus. Für sie gelten deshalb neben der Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie der Europäischen Union zusätzliche Gesetze – wie beispielsweise der britische Modern Slavery Act und der US-amerikanische Foreign Corrupt Practices Act.

Kraftakt Corporate Social Responsibility
 

Laut Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) stellt die Implementierung einer nachhaltigen Lieferkette vor allem global agierende Beschaffungsmanager vor Herausforderungen. Unternehmen fällt es demnach schwer, die Nachhaltigkeit und Compliance ihrer Lieferanten zu überprüfen: Zu kostspielig und aufwendig sei die Überwachung beispielsweise in Form traditioneller Lieferanten-Audits.

Viele der großen deutschen Unternehmen konzentrieren sich laut BME daher auf ihre strategisch wichtigsten Lieferanten. Unternehmen kleiner und mittlerer Größe verzichteten lange Zeit sogar weitgehend auf eine Kontrolle ihrer Lieferanten.

Der BME empfiehlt zur Überwachung der Lieferanten die Onlineplattform IntegrityNext. Der Dienstleister kümmert sich um alle erforderlichen Bestätigungen, Selbstauskünfte und Zertifikate der Lieferanten. Außerdem überwacht IntegrityNext die sozialen Medien auf mögliches Fehlverhalten.

Strategische Organisation von Corporate Social Responsibility
 

Unternehmen sollten beim Lieferanten-Check über den Tellerrand hinausschauen und ihre gesetzlichen Pflichten gemäß ISO 45001 im Blick haben. Auch die Vergabe von Unteraufträgen seitens der Lieferanten ist zu prüfen. Die Verantwortung der einkaufenden Unternehmen erstreckt sich nicht nur auf die festen Mitarbeiter dieser Subunternehmen, sondern auf alle Personen, die an dessen Dienstleistungen und Produkten mitwirken – zum Beispiel Leiharbeiter.

Nachhaltigkeitsberichte schaffen Transparenz
 

Um eine nachhaltige Lieferkette sicherzustellen, sollten Unternehmen von ihren Lieferanten und allen sonstigen Partnerunternehmen in der Supply Chain regelmäßig Informationen zur Nachhaltigkeit abfragen. Das ist nicht so kompliziert, wie es klingen mag. Die meisten Unternehmen erheben große Datenmengen zu ihrer Nachhaltigkeit, die während der laufenden Geschäftsprozesse gespeichert werden. Aus diesen Daten zu Transportlogistik, Lagerlogistik und Herstellung lassen sich Aussagen über die Nachhaltigkeit der Lieferkette treffen. Es geht also nur darum, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Dafür gibt es eine Reihe spezieller IT-Anwendungen.

CSR mitentscheidend für Unternehmenserfolg
 

Das Image eines Unternehmens ist mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg. Die möglichen Folgen von Verstößen gegen die Corporate Social Responsibility reichen von staatlichen Sanktionen bis zum allgemeinen Vertrauensverlust. Firmen sollten deshalb ihre Lieferkette genau im Blick haben – über die Subunternehmen ihrer Lieferanten hinaus.